Hilfe bei Skoliose durch ein stützendes Rückenkorsett

Verkrümmung der Wirbelsäule bei jungen Menschen

Unsere Kundinnen und Kunden sowie Ihre Angehörigen berichten immer wieder, dass die Diagnose Skoliose sie umgehauen hat. Sie sagen, dass sie nichts oder nur sehr wenig über diese Erkrankung der Wirbelsäule wussten und sofort viele Fragen auf die meist jugendlichen Patienten einstürzten. Was ist Skoliose? Wer bekommt Skoliose? Und wie wird sie behandelt? In unserem Text möchten wir versuchen, Ihnen diese Fragen zu beantworten.

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Was genau ist Skoliose?

Unter einer Skoliose versteht man die Seitverbiegung der Wirbelsäule bei gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper. Möglich ist sowohl eine S-förmige Skoliose sowie linkskonvexe Skoliosen oder rechtskonvexe Skoliosen. Meist fällt zunächst im Rahmen der Untersuchung beim Orthopäden oder durch die Eltern ein ungleichmäßiges Rückenprofil auf. Dies ist besonders beim nach vorne Beugen der Betroffenen auffällig. Hierbei steht aufgrund der Drehung der Wirbelkörper eine Seite des Rückens deutlich höher. Um den Grad der Rotation der Wirbelkörper besser beschreiben zu können, gibt es je nach Ausmaß der Drehung eine Einteilung in vier verschiedenen Rotationsgrade.
Eine weitere Unterteilung der Skoliose findet nach King statt. Diese Klassifizierung beruht nicht auf der Drehung der Wirbelkörper oder dem maximalen Krümmungswinkel der Skoliose, sondern sie beschreibt die Form der Krümmung, zum Beispiel, ob es sich bei der Skoliose um eine drei oder vierbogige Skoliose handelt, das heißt, ob die Wirbelsäule drei oder vier Krümmungen aufweist. Außerdem unterscheidet sie, wo die deutlichste Krümmung ist. Ob zum Beispiel der untere Bereich (lumbale Skoliose der Lendenwirbelsäule) oder der obere Abschnitt der Wirbelsäule (thorakale Skoliose der Brustwirbelsäule) stärker gekrümmt ist. Auch der Übergangsbereich kann betroffen sein, dann handelt es sich um eine thorakolumbale Skoliose.

Sie ist bei Mädchen ein viermal häufiger auftretendes Krankheitsbild als bei Jungen. Die Wirbelsäule ist im Alter zwischen 12 und 16 Jahren formbar, das bedeutet, dass man sie mit der richtigen Unterstützung, wie spezieller Krankengymnastik und maßgefertigter Orthesen, langsam wieder begradigen kann. Und genau das machen wir. Unsere speziellen Stützkorsetts begradigen die Wirbelsäule Stück für Stück und geben den Patient:innen damit Normalität und Lebensqualität zurück.

Wie erfahre ich, dass ich von einer Skoliose betroffen bin?

Zunächst muss die Skoliose erst einmal sicher diagnostiziert werden. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen der Skoliose-Sprechstunde im HEH oder bei niedergelassenen Orthopäden. Um den Grad der Krümmung ausmessen zu können und um daraus die geeignete Therapie ableiten zu können, ist zwingend ein Röntgenbild nötig.

Aus unserem Material-Katalog können Sie sogar aus unterschiedlichen Farben und Mustern auswählen, um so ein nur für Sie individuell gefertigtes Skoliosekorsett tragen zu können. Wir empfehlen Ihnen außerdem, die Skoliose-Sprechstunde des Herzogin Elisabeth Hospitals (HEH) in Braunschweig zu besuchen. Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Heinrich Kronewid, Leiter der Sektion Kinderorthopädie stehen wir beratend für die jugendlichen Patient:innen und Ihre Angehörigen zur Seite.

Noch mehr zum Thema gibt es auch im Beitrag von Tru Doku:

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So läuft ein Termin bei uns ab:

Ihr Experte

  • Seit 2002 im Beruf
  • Seit 2002 bei Hoffmeister

"Ich wollte gerne meine handwerklichen Fähigkeiten
und meine Freude am Arbeiten mit Menschen verbinden.
Als Orthopädietechniker kann ich das jeden Tag!"

Ihre häufig gestellten Fragen:

Unter einer Skoliose versteht man die Seitverbiegung der Wirbelsäule bei gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper. Möglich ist sowohl eine S-förmige Skoliose sowie linkskonvexe Skoliosen oder rechtskonvexe Skoliosen. Meist fällt zunächst im Rahmen der Untersuchung beim Orthopäden oder durch die Eltern ein ungleichmäßiges Rückenprofil auf. Dies ist besonders beim nach vorne Beugen der Betroffenen auffällig. Hierbei steht aufgrund der Drehung der Wirbelkörper eine Seite des Rückens deutlich höher. Um den Grad der Rotation der Wirbelkörper besser beschreiben zu können, gibt es je nach Ausmaß der Drehung eine Einteilung in vier verschiedenen Rotationsgrade.

Eine weitere Unterteilung der Skoliose findet nach King statt. Diese Klassifizierung beruht nicht auf der Drehung der Wirbelkörper oder dem maximalen Krümmungswinkel der Skoliose, sondern sie beschreibt die Form der Krümmung, zum Beispiel ob es sich bei der Skoliose um eine drei oder vierbogige Skoliose handelt, das heißt, ob die Wirbelsäule drei oder vier Krümmungen aufweist. Außerdem unterscheidet sie, wo die deutlichste Krümmung ist. Ob zum Beispiel der untere Bereich (lumbale Skoliose der Lendenwirbelsäule) oder der obere Abschnitt der Wirbelsäule (thorakale Skoliose der Brustwirbelsäule) stärker gekrümmt ist. Auch der Übergangsbereich kann betroffen sein, dann handelt es sich um eine thorakolumbale Skoliose.

Zunächst muss die Skoliose erst einmal sicher diagnostiziert werden. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen der Skoliose-Sprechstunde im HEH oder bei niedergelassenen Orthopäden. Um den Grad der Krümmung ausmessen zu können und um daraus die geeignete Therapie ableiten zu können, ist zwingend ein Röntgenbild nötig.
Die Skoliose-Sprechstunde ist eine spezielle Behandlung für Skoliose- und Kyphose-Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, also für Kinder und Jugendliche. Ziel dieser Therapie ist es, die Patientinnen und Patienten während des Wachstums zu begleiten, um nötigenfalls die erforderlichen, therapeutischen Maßnahmen ergreifen zu können. In der Skoliose-Sprechstunde erfolgt immer eine Betreuung durch einen spezialisierten Arzt oder eine Ärztin und zusätzlich durch einen Orthopädietechniker oder eine Orthopädietechnikerin. Dies dient dazu, dass sich alle Beteiligten direkt miteinander absprechen können, sollte eine Versorgung mit einem Korsett / einer Orthese nötig sein. So erreichen wir, eine nahtlose und bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.

Die Sprechstunde unterteilt sich in drei grobe Abschnitte: Angefangen wird mit einem Untersuchungsgespräch. Es folgt eine fotografische Dokumentation der Patientin oder des Patienten. Dies dient dazu, den Prozess der Wirbelsäulentherapie fotografisch zu begleiten. Während des gesamten Behandlungszeitraums können somit Veränderungen schnell wahrgenommen werden, ohne bei jeder Untersuchung ein Röntgenbild anfertigen zu müssen. Als drittes Element kommen noch einige standardisierte Maßnahmen wie Messen, Wiegen, Sitzgröße und spezielle Skoliose-Untersuchungen hinzu. Diese dienen ebenfalls dazu, Veränderungen feststellen zu können und die Röntgenbelastung zu minimieren.

Je nach Schwere der Skoliose stehen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung, beginnend bei einer Physiotherapie bis hin zur Operation der Wirbelsäule.

  • Bis 20 Grad: Normalerweise ist bei einer Krümmung bis zu 20 Grad eine physiotherapeutische Behandlung (Form einer Schroththerapie), sowie eine regelmäßige Kontrolle durch einen Orthopäden zum Beispiel im Rahmen einer Skoliose-Sprechstunde zunächst ausreichend.
  • 20 bis 40 Grad: Bei einer Krümmung über 20 Grad ist die Ganztagskorsetttherapie (23 Stunden täglich) die einzige Möglichkeit, eine Verschlechterung der Skoliose aufzuhalten und das Risiko einer Operation gering zu halten. Zusätzlich zur Korsetttherapie sind eine physiotherapeutische Behandlung, sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Orthopäden nötig.
  • Ab 40 Grad: Hat die Skoliose ein Ausmaß erreicht, in dem mit einem Korsett allein keine ausreichende Korrektur mehr erwirkt werden kann, liegen die Kriterien zur Operation vor. Hierfür ist es ratsam, sich eine zweite Meinung bei einer entsprechenden Fachklinik, welche diese OPs durchführt, einzuholen. Bei einer Operation wird die Wirbelsäule teilweise begradigt und in dieser Stellung verschraubt. Im operierten Wirbelsäulenabschnitt bleibt die Wirbelsäule steif.
Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen empfehlen wir eine stationäre Skoliosetherapie im Rahmen einer Kur in einer speziellen Schrothklinik: zum Beispiel in Bad Sobernheim, welche auf die Therapie von Skoliose-Patienten spezialisiert ist. Diese Heilbehandlung kann vom niedergelassenen Orthopäden (bei der Krankenkasse) oder dem Rententräger beantragt werden und stellt einen weiteren Beitrag dar, der Skoliose durch physiotherapeutische Maßnahmen entgegenzuwirken. Unter anderem erhalten Sie wertvolle Tipps für die richtige Schlafposition bei Skoliose. Außerdem berichten uns viele der Jugendlichen von einmaligen Erfahrungen während der Kur, die ihnen im Kreise gleichbetroffener Patient:innen weitergeholfen haben.
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